Der Bub' vom Waldhof
Shownotes
Die dritte Staffel des Podcasts "Geschichte im Vortrag" erscheint begleitend zu unseren Sonderausstellungen "Fußballfieber. Derbys im Südwesten", und "Superheroes" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.
Den Vortrag in Folge 2 hält:
Prof. Dr. Hiram Kümper (Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Mannheim)
Produktion & Redaktion: Anna Ockert, Henrike Serfas, Susanne Schilz
Sprecherin: Henrike Serfas
Besuch' das Historische Museum der Pfalz auch auf Facebook & Instagram!
Du hast Fragen zum Podcast oder Verbesserungsvorschläge? Dann schreib uns an socialmedia@museum.speyer.de!
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge in unserer Reihe Geschichte im Vortrag.
00:00:15: Begleitend zu unseren Sonderausstellungen bieten wir immer ein wissenschaftliches Vortragesprogramm an, das sich einzelnen Unterthemen der Ausstellungen widmet.
00:00:24: Mit Geschichte im Vertrag wollen wir euch die Möglichkeit geben dass ihr unsere Vorträge auch anhören könnt wenn ihr nicht live bei uns vor Ort sein konntet.
00:00:32: Doch nun zur heutigen Folge.
00:00:34: Im Rahmen unserer Sonderausstellung Fußballfieber Derbys im Südwesten hat Hiram Kümper am XXI.
00:00:41: Januar XXVI bei uns einen Vortrag über Sepp Herrberger gehalten, erst Professor an der Universität Mannheim.
00:00:49: In dem Jahr ist er in Erinnerung des Buches «Herrberger über Herberger» für das private Aufzeichnungen aus dem Nachlass des Bundes-Trainers zu einer Autobiografie zusammengestellt wurden.
00:01:01: In seinem Vortrag ließ Kymper den Bub vom Waldhof selbst zu Wort kommen.
00:01:31: offensichtlich sehr aktive, überzeugte.
00:01:33: Haben Sie die Schwerzung der anderen Vereine gesehen auf dem Plakat?
00:01:39: Ich kann das irgendwie wertschätzen – die Handfestigkeit, die sie hier haben.
00:01:43: Gleichzeitig danke dass sie so der Tolerante in der Pfalz sind, dass sie sogar Augsburger hertragen und schlimmer noch Ruhrgebietler also Menschen, die in der Nähe von Auf nicht Innschalke groß geworden sind.
00:01:57: Es ist in der Tat erlebe ich ja immer wieder.
00:02:00: Die Pfalz hat ja doch eine ganz erstaunliche Toleranz, die ich sehr schätze seit ich als Arbeitsmigrant und da sind jetzt dann noch auch schon zwölf Jahre hier zu ihnen in die Region kommen und ihr sogar sprechen darf.
00:02:12: Nachdem hier ein so profundes Publikum sitzt würde ich gerne in drei großen Schritten vorgehen und den ersten sehr knapp halten nämlich das ist die Biografie.
00:02:23: Es ist schon nicht verkehrt, die nochmal irgendwie in Erinnerung zu rufen.
00:02:26: Ich werde Sie sich mit genau dem verknüpfen.
00:02:28: Das gerade so freundlich angekündigt worden ist nämlich unserem ziemlich großangelegten Editionsprojekt des Herrberger Nachlasses.
00:02:36: Im zweiten Schritt etwas näher in diesen Nachlass hineingehen und vielleicht werden sie gar nicht merken dass das der erste oder zweite zwei verschiedene Schritte sind.
00:02:44: Und dann wenn wir in einem dritten Schritt noch mal ins Projekt reintauchen denn Annalisa Müller, sie ist schon erwähnt worden für mich dank zweiterweise übernehmen.
00:02:55: Wir sitzen gerade daran, den zweiten Band dieser Reihe sich angekündigt worden Herr Berger Nachlass abzuschließen und da geht es tatsächlich um Fritz Walter und Konsorten kurz gesagt also um die Nationalmannschaft und die Großbandenz von Sepp Herberger mit eben seinen Spielern Mit den Spielerfrauen bisschen mit Presse vor allem auch mit anderen Trainern.
00:03:17: Warum machen wir das Ganze eigentlich?
00:03:19: Es ist nicht so als sei er nicht bereits gewürdigt worden.
00:03:23: Im Gegenteil, es gibt eine ganze Reihe von Biografien.
00:03:26: Viele sind sehr gut.
00:03:27: Ich erwähne einer aus flichtschuldigem Anlass, nämlich die von Karl-Heinz Schwarz-Pich, der auch als einer der Ersten sich auseinandergesetzt hat mit diesem Nachlass den wir jetzt aufarbeiten.
00:03:41: Was ist der Unterschied?
00:03:42: Biographien sind dafür da ein Porträt von einer Persönlichkeit zu übermitteln.
00:03:47: Das kann man aus ganz verschiedenen Sichten machen, das kann man zum Beispiel eher auf das Wirken oder eher auf die Persönlichkeit abzielen.
00:03:53: aber es gibt unterschiedliche Rangehensweisen Biografien zu schreiben.
00:03:57: was Biographien gemeinsam ist Es sind Bücher die sich an Leser richten.
00:04:02: das heißt also man interessiert sich für die Person und möchte von der Person etwas mitnehmen.
00:04:07: wir machen jetzt stehe ich schon hier deshalb darf ich das jetzt sagen jetzt können sie mich nicht mehr ausladen.
00:04:11: wir machen das gar nicht.
00:04:13: wir richten uns zwar auch Anleser aber ein ganz anderes Publikum.
00:04:17: Viele dieser Biografien greifen auf diesen Nachlass zu, was sie aber machen müssen.
00:04:21: Wenn sie eine Biografie schreiben ist – Sie müssen auch auslassen!
00:04:25: Was sie eigentlich nicht machen können, vergrauen sie ausgerechnet die für diese das Machen.
00:04:30: Sie können nicht alles mit Nachweisen überfrachten und so ist den meisten dieser Biographien einig, dass sie weniger bis tendenziell meistens gar keine Nachweise haben.
00:04:41: Das bedeutet nicht, dass wir nicht auf diesem Material basieren.
00:04:44: es bedeutet aber wenn man sich für die tatsächliche Grundlage interessiert, mal wieder aufs neue los muss.
00:04:51: Und das gibt tatsächlich gerade bei Herberger Anlass.
00:04:54: Ich werde auf ein ganz prominentes Beispiel aus der NS-Zeit noch zurückkommen, wo sich also unterschiedliche Informationen immer wiederfinden, die sich auch teilweise widersprechen.
00:05:05: und es ist nicht weil der eine oder die andere schlecht gearbeitet hätte sondern weil diese Informationen wirklich nicht eindeutig sind und an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich zu finden.
00:05:14: Was machen Historikerinnen und Historiker dann?
00:05:17: Sie edieren, das heißt sie geben die Originale heraus.
00:05:21: Denn es ist ein riesiger Nachlass, wahrscheinlich der bedeutendste sporthistorische Nachlass den wir überhaupt in der Bundesrepublik haben.
00:05:29: aber er liegt eben als Leihgabe dieser Pärberger Stiftung im Archiv des deutschen Fußballbundes.
00:05:35: was heißt das?
00:05:36: Das heißt er liegt in einem Archiv dass durchaus zugänglich ist Aber das nicht darauf ausgerichtet ist, dass morgen zwölf von ihnen sagen Jetzt fahren wir mal vorbei, lieber Herr Törichter.
00:05:48: Legen Sie mir doch die Akten vor!
00:05:50: Nicht dass er das nicht machen würde, aber es ist einfach ein Archiv.
00:05:53: Das ist für eben einen großen Verbund und um die Verbandsarbeit voranzubringen.
00:05:58: Und es ist eigentlich nicht darauf ausgeregt, dass da täglich Nutzer sind.
00:06:02: Außerdem hat dieser Nachlass eine ganze Reihe an Herausforderungen auch technischer, paläografischer also schriftgeschichtlicher Art dies nicht ganz einfach machen damit umzugehen.
00:06:11: Kurz gesagt diese Ausgabe aus der ich Ihnen jetzt einige Dinge zeige, ist dafür da Hürden zu senken.
00:06:20: Zu sagen Ich komme wieder an die Originale kurz gesagt, ich komme wieder am Herrberger selbst.
00:06:28: Deshalb heißt er erste Band auch indem wir die Fragmente über den ganzen wirklich den verdammten ganzen Nachlass verbreiteten Fitzlchen seiner nie abgeschlossenen Autobiografie zusammengetragen haben.
00:06:40: Deshalb heisst dieser erste Band Herrberger über Herrberger Weil Sie ganz bewusst, das ist kein Buch in dem Frau Müller oder ich eine Biografie über ihn geschrieben hätten.
00:06:51: Oder eine große Analyse sondern das sind kurze mal längere Stücke von ihm selber Fragmente getippt geschrieben vielfach überarbeitet sie werden gleich Beispiele sehen die wir in diesem Band chronologisch geordnet systematisch eingeordnet verschlagwortet und dergleichen haben.
00:07:07: Das heißt Sie können jetzt selber O-Ton Herrberger lesen, ohne dass sie nach Frankfurt ins Archiv müssen.
00:07:13: Ohne das Design.
00:07:14: Ich entschuldige mich jetzt schon Sauklaue lesen
00:07:16: müssen.".
00:07:17: Dann die hatte er wirklich!
00:07:18: Die werden's gleich sehen.
00:07:19: Furchtbar.
00:07:20: So heißt es, Sie können selber hier auf seine vielen kleinen Erinnerungen manche ganz banal, manche sterbenslangweilig aber manche eben auch in genau diesem Esprit für denen ja viele von uns ihn erinnern also die Beaumose, die Poentiertheit, die Schnordrichter teilweise, die können Sie dann direkt aus seinen eigenen Schriften lesen.
00:07:41: Deshalb machen wir das!
00:07:44: Und das folgt seiner Biografie, die viele von ihnen glaube ich werden es wissen... ...und zwar im Waldhof.
00:07:56: Also immer in einem Waldhof geboren ist es schön dass sie so zivilisiert sind.
00:08:00: Sie hätten ruhig mal ein bisschen.. also ich hätte jetzt schon einen Waldhof Frauen gerne gehabt.
00:08:06: Ah, sind die richtigen.
00:08:10: Endlich kommt Stimmung in den Raum und er ist gerade erst geboren, noch ist nichts passiert.
00:08:15: Der wächst auf in einer für uns, also historisch ziemlich bedeutsam, weil auch ein bisschen ungewöhnlichen Fabriksiedlung in der Spiegelglasfabrik von einem französischen industriellen Eingerechtet worden, bei der Spiegelfabrik Saint-Gropeur.
00:08:31: Die haben eine eigene Werksiedelung, der Vater arbeitet dort, das wächst also Sepp am Ende des neunzehnten Jahrhunderts.
00:08:38: Auch so, dass er tatsächlich ja sogar biografisch – man kann fragen wie sehr und aktiv – sogar vier politische Systeme durchlaufen hat, oder?
00:08:45: Das Kaiserreich in dem wird er groß, in dem lernt der Fußball spielen.
00:08:49: Das ist tatsächlich das Erinnert er sehr ausführlich.
00:08:52: Ich komme nach später nochmal darauf zurück.
00:08:53: Seine frühe Zeit als Bub mit einem eben keinem Lederball.
00:08:57: Wer kann sich das leisten in der Zeit wenn man aus der Waldhof-Siedlung kommt sondern mit einem Lumpenball selbst gebastelt Aber erinnert zum Beispiel auch ganz andere sportliche Aktivitäten.
00:09:07: Das Schwimmen, das natürlich nicht erlaubte Springen von Industrieanlagen in den Fluss und so weiter.
00:09:14: Also das ist sehr sehr ausgearbeitet und es liegt eben auch daran dass er ich sage das ja schon Zeit seines späteren Lebens also ungefähr seit den späten fünfziger frühen sechziger Jahren an dieser Autobiografie gearbeitet hat.
00:09:29: Die ist nie erschienen im Gegensatz zu anderen Biographien.
00:09:33: aber wenn sie diesen Nachlass sehen Wissen Sie auch, warum?
00:09:39: Das ist ein absoluter Bruchteil da.
00:09:41: Das sind also beliebige Akten.
00:09:43: so sieht der Nachlass aus.
00:09:44: Sie sehen... Da kommt das Papier schon aus diesen wunderbaren neuen Hürden raus.
00:09:47: Aber es ist ein Bruchteil!
00:09:48: Es ist kein... Kein Fünffel des Nachlasses, ne?
00:09:52: Das sind dreihundert Sachakten.
00:09:53: Eine Sachakte, das sind eben die Sorten da.
00:09:56: Ungefähr.
00:09:56: denn der gute Herr Berger hat offensichtlich Zeit seines Lebens nichts weggeschmissen.
00:10:01: Die Sparkassen, Kontrauszüge sind alle noch da.
00:10:04: Die meisten Briefumschläge zu den Briefen sind noch da.
00:10:07: Wir könnten wirklich alles penibelst rekonstruieren anhand des Nachlasses.
00:10:11: Deshalb auch die vielen Bänder, aber keine Sorge!
00:10:13: Selbst das ist noch eine Auswahl.
00:10:16: Wir drucken nicht beliebig einfach alles was uns irgendwie vor die Nase kommt ab sondern es wird systematisch aufgearbeitet und ausgewählt.
00:10:23: Herr Berge-Wittlinger jungen Jahren geht er auch in den Ersten Weltkrieg freiwillig.
00:10:28: Er wird nicht schwer verwundet.
00:10:31: In den letzten Jahren dann nochmal offiziell eingezogen erkehrten wir zurück über diesen Einsatz im Ersten Weltkrieg, gibt es praktisch keine Aufzeichnung von ihm.
00:10:42: Also sind zwei drei müchterne Sätze sonst kommt nichts davon.
00:10:46: das ist die Zeit in der auch seine Ehefrau rühmte Eva Herrberger Effi heiratet.
00:10:52: Direkt nach dem ersten Weltkrig beginnt seine Spielerkarriere.
00:10:55: Er wird ein sehr erfolgreicher Stürmer erst eben beim SV Waldhof später beim VFR.
00:11:01: Die ganze Karriere wird dadurch überschattet dass in den Und das zeigt es eigentlich schon, was er schon in den frühen Jahren für eine bedeutende Fußballpersönlichkeit ist.
00:11:11: Er ist einer der ersten Fußballer die bezahlt werden.
00:11:14: Das ist die sogenannte Berufsspieler-Erfähre.
00:11:17: Wir sind hier in einer Zeit und das macht ihn auch so spannend.
00:11:19: wir sind in der Zeit in der der Fußball erst ganz langsam beginnt sich zu professionalisieren.
00:11:24: Da ist es noch selbstverständlich dass man natürlich nicht bezahlt wird.
00:11:27: Er kriegt zum ersten Mal eben ein Abwerberangebot auch richtig und wird als das aufliegt gesperrt.
00:11:33: kann das mal aufschlagen, dann haben sie irgendwie eine Idee vom Otto und Herberger dazu.
00:11:37: Wie er das erinnert?
00:11:41: Auf der Heimreise also kommt vom Spiel Erfuhr mit die Frohe Botschaft.
00:11:45: Linemann-Rave Bauamt Kraus aus Führth und Blaschke der Geschäftsführer gaben ihren Ausdruck darüber dass sich damit rechnen könne beim nächsten Länderspiel mit der Schweiz dessen Termin im Frühjahr hier wieder dabei zu sein.
00:11:58: Das war offenbar ein Ergebnis.
00:12:00: Sie merken da wird jetzt auch bei den ersten länderspielen eingesetzt.
00:12:02: es war offensichtlich ein Ergebnis der auf dem Schiff geführten Vorstandsbesprechung.
00:12:08: Und dann geht es weiter, er wird also im Länderspiel eingesetzt, dann soll er zu Phoenix rüber.
00:12:14: und in genau dieser Zeit kommt dieses Angebot die EF.
00:12:19: mein guter Geist sie sagte da kommt nichts an.
00:12:21: Geburt von zehntausend Mark das ist in der Zeit wirklich erklärtlich viel Geld.
00:12:26: Die EF Mein guter geist als ich mit den Zehntausend mark nach Hause kam weil meine Frau keineswegs begeistert.
00:12:31: Gewiss, wir waren jung verheiratet.
00:12:32: Eine solche Summe hätten wir recht gut gebrauchen können.
00:12:34: Aber sie hatte Bedenken und auch mir war es einmal nicht recht wohl in der Haut.
00:12:38: Die mir gesagten Zusagen hing Inseln.
00:12:41: ich meiner beruflichen Weiterkommens erschien mir auf einmal nicht so recht glaubhaft.
00:12:45: aber wer kann schon Zehntausend Mark nicht gebrauchten?
00:12:49: Inzwischen war bekannt geworden dass ich mein Verein wechseln wolle.
00:12:52: Von der Stunde des Bekanntworts an gab man sich bei mir zu Hause die Tür klinken in der Hand usw.
00:12:56: Blick auf die Zeit zitiere ich das nicht zu lange aber Sie merken Das ist eigentlich eine ziemlich spröde Erinnerung in ganz vielen Hinsichten.
00:13:03: Und irgendwie er sieht das Problem, er sieht nicht dass er sich falsch verhandelt.
00:13:07: aber wer sieht das probleme in der ganzen geschichte?
00:13:10: Nach dieser Berufsspieler-Affäre setzt im Grunde seine Orientierung stark vom aktiven Fußball hin zum Fußball.
00:13:19: Lehrer also das was wir heute einen Trainer nennen würden ein Zeitgenuss nennt man das eben auch noch sehr lange.
00:13:25: Ein Fußball-Lehrer, das was wir heute Trainer nennen und auch das ist ungewöhnlich denn in dieser Zeit ist Fußballlehrer eigentlich noch kein sehr etablierter Beruf.
00:13:34: Das ist noch ganz neu!
00:13:35: Viele sind das nebenanlich viele sind eigentlich Tourenlehrern und spazialisieren sich dann auf Fußball.
00:13:42: also diesen Beruf des Fußball-Trainers entsteht im Grunde mit der Biografie von Herberger überhaupt erst parallel.
00:13:50: Aber um Lehrer zu werden, muss man Abschluss haben.
00:13:52: Das gilt auch für Fußball und für Tourenlehrer.
00:13:55: Also will er an die Hochschule gehen, kleines Problem – er hatte kein Abitur!
00:13:59: Und da setzt sich ein nicht ganz Unbekannter des deutschen Fußballs ein nämlich Otto Nerz der spätere Reichstrainer und sein Vorgänger als Reichstraener.
00:14:10: Der ermöglicht es ihm an die Deutsche Hochschulle für Leibesübungen zu gehen, sechsundzwanzig sein Studium aufzunehmen und tatsächlich eben abzuschließen übrigens mit ganz erstaunlichen Noten.
00:14:21: Die Zeit danach ist geprägt von einem starken Einsatz auch für die regionalen Liegen, also auch für regionale Verbände Südwesten.
00:14:28: Dann richtet er die Fußball-Weiterbildung vor allem in Duisburg ein... ...für den Regional übergreifenden Verband und so kommt er eben immer stärker in den Blick.
00:14:41: dieses Otto Nerz der sich für ihn einsetzt.
00:14:43: Der ist auch zwischendurch selber bei Phoenix in Berlin, wir hatten es ja gerade Und also in unserem unmittelbaren auch regionalen Umfeld der Sportpolitik in dieser Zwischenkriegszeit.
00:14:56: Ich habe im Umfeld nehrt und dann immer stärker für Nerz selber, und werde dann in Nachfolge von Nerztrainer.
00:15:06: Ich verschlucke an dieser Stelle das nicht ganz bewusstes Jahresdatum, denn es ist gar nicht eindeutig!
00:15:14: Und das war in der Tat der eigentliche Anlass warum hier ein Bochuma steht, der spätes Mittelalter unterrichtet und trotzdem über Herr Berger meinsprechen zu müssen.
00:15:26: Es begab sich im Sommer, zwei Tausend, siebzehn oder achtzehn?
00:15:31: Sommerloch!
00:15:33: In diesem Sommerloch beschäftigt die deutsche Fußballseele eine wahnsinnig relevante Frage nämlich wann wird unser aller Jogi Löw der Bundstrainer mit den meisten Ländern spielen?
00:15:43: Es war so sehr Sommer, dass niemand darüber nachts dachte.
00:15:46: Dass selbst wenn man sich jetzt entscheiden würde, ihn von heute auf morgen voll auf die Straße zu setzen, er gar nicht mehr in der Lage gewesen wäre.
00:15:51: Das war ja mit den Inhalernerspiels-Saisons ... Er hätte gar nicht rechtzeitig rausgeschmissen werden können ohne diesen bestehenden Rekord, den eben Sepperberger hielt, nicht zu brechen.
00:16:05: Aber die gute deutsche Seele will es genau wissen und das geht nicht nur um den Effekt sondern auch um die richtige Form.
00:16:11: Und also war in der Fußballpresse wieder die große Frage, die immer mal wieder aufkam.
00:16:15: Stimmt die DFB-Länderspielstatistik eigentlich?
00:16:20: Das wurde immer wieder deshalb aufgeworfen weil genau in dieser Kriegszeit es eine Phase gibt, die ist gar nicht kurz, fast ein Jahr, in der gar nicht klar ist ob Otton Erz noch Reichstrainer und damit Sepp Herberger schon Reichstraener ist oder nicht.
00:16:33: Antworten geben alle existierenden Biographien von Sepp Herrberger widersprüchlich.
00:16:38: Jeder einzelne hat ein anderes Datum.
00:16:42: Das ist auch, jeder Einzelne kann das Recht im Grunde aus der eigenen Perspektive auf seiner Seite wissen.
00:16:48: Denn alle können es auf die Höllen zurückführen.
00:16:50: und das Problem sehen sie hier Herr Berge weiß nämlich selber nicht wann er Reichstrainer wird Und er kann es auch gar nicht selber wissen.
00:16:59: Das große Missverständnis dass hinter dieser ganzen Frage steckt, die ich dann eben die Ehreite bearbeiten zu dürfen.
00:17:05: Jetzt Annik Dötchen können Sie sich nicht vorstellen.
00:17:07: da sitzt man so als Mediwist in seiner In seiner wunderbaren Blase steht morgens auf, trinkt seinen Kaffee und liest irgendeine irrelevante Quelle aus dem zwölften Jahrhundert.
00:17:16: Das Telefon geht!
00:17:18: Wir haben ein Problem mit der Länderspieltschattistik.
00:17:20: Könnten Sie da nicht was machen?
00:17:22: Und reibt sich die Augen und sagt... Ah, sie wissen schon dass ich mir gewusst bin oder?
00:17:28: Kunstpause und hört lautes Google im Hintergrund.
00:17:31: Ja klar!
00:17:33: Es ist etwas überspitzt.
00:17:35: Na klar, das wissen alle nicht von der großen kürpfälzischen Universität mit langer Geschichte, sondern von der kleinen Schwester.
00:17:41: Von der Wirtschaftsschule.
00:17:43: also wenn wir eines können, wir können Statistik.
00:17:45: Glücklicherweise können wir auch Geschichte und wenn man das zusammen packt gar nicht so schlecht.
00:17:49: Also zog der kleine Kymper los ging ins Bundesarchiv Guckte mal was gibt es noch vom Fach an Fußball?
00:17:54: Voila!
00:17:55: Es gibt praktisch nichts.
00:17:56: Was man gut nachweisen kann ist es ist bewusst verbrannt worden.
00:17:59: Das ist sehr interessant.
00:18:00: Also ganz viele Akten haben die Nazis nicht für nötig befunden zu verbrennen.
00:18:04: Also wissen wie viel Akten es über KZ untergleichen noch gibt.
00:18:07: Aber Fachamtfußball, das vernichten wir jetzt mal lieber bewusst.
00:18:11: Dass immer das über den deutschen Fußball Sport während des NS aussagt.
00:18:15: Das heißt es gibt im Grunde nur noch zwei wirklich große Quellen anhand man derer dieser Frage beantworten kann nämlich die Achlässe von den beiden wesentlichen Betroffenen, Herr Berger und Otto Nerz.
00:18:26: Und daneben gibt's Fußballpresse.
00:18:28: Fußballpresso ist aber der Einstieg des Problems.
00:18:31: Die berichten nämlich schon.
00:18:33: Ich fange auf einmal an zu berichten.
00:18:35: Die Geschichte ist ja so, es ist Olympia-Handels-Fußball.
00:18:38: Die deutsche Fußballmannschaft ist eigentlich einer der großen Favoriten.
00:18:42: Herr Hitler interessiert sich nicht so richtig für Fußball wird aber überredet von seinen Parteibonsen.
00:18:47: Jedoch mal zum Länderspiel.
00:18:49: was passiert?
00:18:50: Die deutsche Mannschaft verliert auch noch aus Hoch.
00:18:53: Der Führer dreht sich um und so geht die Meer sieht sich nie wieder in den Fußballspielern.
00:18:58: Großes Zähneklappern Also muss der Eisträner gehen, Otto-Nerz wird abgesägt.
00:19:04: Geht aber gar nicht so schnell!
00:19:06: Und dann setzt nämlich etwas ein was ganz typisch ist für die Struktur des NS und das wesentliche Problem ist warum dieses Missverständnis so hochgekocht hat.
00:19:20: Sonst hätte man viel früher und von selber sich nicht so stark darüber gewundert dass die Zahlen auseinandergehen.
00:19:25: Wenn einmal das Wort Führerprinzip oder Führerstat fällt, glauben eben viele.
00:19:31: Der Führersagt und alle anderen folgen.
00:19:34: Es ist aber bei der Nazis gar nicht so.
00:19:37: Das ist halt ein Haufen von irgendwie nach oben gespülten meistens über irgendwelche kleinen und größeren Verbindungen nach obengespülden meistens relativ schlecht qualifizierten Menschen die irgendwie dem Prinzip folgen Wenn mich Kumpel X anruft, tue ich was für kumpel Y. Denken Sie darüber nach wo in der politischen Landschaft sie das heute wiederfinden?
00:19:57: Da ist nichts mit Führerprinzip!
00:19:59: Klar wenn der Führers sich wirklich mal selber einmischt möglicherweise aber selbst der Selbst Adolf hat nicht immer die Chance alle seiner Ideen so einmal runter zu deklarieren.
00:20:09: Das funktioniert einfach nicht.
00:20:10: dafür ist dass der ganze System so perfide.
00:20:13: es ist An vielen Stellen viel zu unqualifiziert und unprofessionell.
00:20:20: Linnemann oder ein anderer von den Fußballfunktionären irgendwo da hinten was sagt, heißt das noch lange nicht dass es an der anderen Ecke befolgt wird.
00:20:28: Und so wird der Presse längst durchgestochen, dass Herr Berger Fußballtrainer ist noch bevor er selber weiß, dass er der Neu-Reichstrainer ist.
00:20:35: Es gibt einen Zauberbrief in seinem Nachlass indem er Xaver Linnemann also DFB sichtlich verärgert fragte hätte gelesen er sei jetzt der neue Reichstrainer wann man denn ihm das mal mitteilen wollen würde und was das jetzt heißen würde.
00:20:49: Und er kriegt ja zur Antwort, und das ist auch ganz typisch... Sie sind zum neuen Reichstrainer bestellt die Auftällung der Mannschaft und die Betreuung des Spieler übernimmt weiter.
00:20:58: Professor Nerz.
00:21:01: Ich höre kichern.
00:21:02: sie können sich die Rückfrage vorstellen Was macht man denn dann als Reichstraina eigentlich noch?
00:21:07: Herr Berg ist zu dieser Zeit selbstbewusst genug und selbstbewussternd ist wirklich ein Charakterzug von ihm durch sein ganzes Leben.
00:21:12: zu sagen Dann mache ich das doch nicht braucht doch nicht irgendwie eine Marionette zu sein, wenn im Hintergrund der Große Nerds das alles macht.
00:21:21: Der nun nicht mehr tragfähig ist nach außen weil er eben ein Olympiaspiel versammelt hat.
00:21:27: Das geht ziemlich lange hin und her.
00:21:28: Und tatsächlich, wenn Sie sich dann die konkreten Spiele angucken Es ist auch so dass malenerd bei der Mannschaft ist Mal Herrberger, mal beide zusammen.
00:21:35: Das heißt also bei ganz vielen Spielen geht es kein einziges objektives Kriterium um zu entscheiden wer jetzt eigentlich wirklich Reichstrainer ist.
00:21:43: Da bin ich wieder ganz medievist interregner Zwei Gegenkönige die einen bei dem, die anderen bei dem.
00:21:50: Manchmal kollaborieren sie noch irgendwie miteinander.
00:21:53: Sie merken das ist einfach nicht entscheidbar.
00:21:54: und tatsächlich ist es auch so.
00:21:55: wir haben eine ganze Anzahl an Spielen rausgetrennt.
00:22:00: Die zählen jetzt für keinen von beiden.
00:22:02: Die Statistik ist wieder da.
00:22:03: Die deutsche Fußballseele kann genauso wie die Seele der Statistikerinnen und Statistika beruhigt sein Und damit lassen wir dann vielleicht auch wobei eins aus dem NS Einfach weil die Frage ja immer kommt Und es ist ja auch berechtigt, dass die Fragen immer kommen.
00:22:20: Ich kann ganz kurz beantworten... Es gibt bisher keinen Nachweis, also subventionelle so besohnlich aber noch nicht mal irgendwie einen Verdachtfall, dass es eine unmittelbare zum Beispiel finanzielle Nutzniesung von zum Beispiel Arisierungen oder ähnlichen NS-Verbrechen durch Herr Berger gibt.
00:22:39: Andersrum kann man natürlich ein öffentliches Amt nicht ausüben ohne zumindest Zugestellnisse zu machen.
00:22:46: Und wenn die nur symbolisch sind, aber auch diese nicht gut.
00:22:50: Es gibt – das muss man sagen also Herr Berger ist sehr rasch entnazifiziert worden, die Entnazifikierungsakte haben wir auch.
00:22:56: Die hat ein ganz typisches Profil wie viele dieser Akten in der Zeit.
00:23:00: es gibt sogenannten Leumungszeugen und das ist die gesamte Nationalmannschaft ohne eine einzige Ausnahme, die alle bezeugen dass Herr Berge immer nur systemkritisch gesprochen habe.
00:23:12: In dieser Geschichte fällt auch die Frage mit den roten Fliegern.
00:23:16: Es fällt ja genau in diese Zeit, da kommen eben auch diese ganzen Aussagen her, nicht nur von Walter sondern auch von seinen Spielerkollegen kommen.
00:23:25: Es gibt aber zum Beispiel eine Episode, die die Fußballpresse erst in den Sechzigern ausgreift.
00:23:30: Da gibt es ein Länderspiel gegen Norwegen und dann finden wir in der Presse überall das ein norwegischer Nationalspieler während des NS einen Zeitlang im KZ saß befreit worden sei.
00:23:44: Herr Berger hat das nie in seiner N-Azifizierungsakte angegeben, als wenn diese Episode stimmte.
00:23:51: warum taucht die da nicht auf?
00:23:52: In seine eigenen Selbstaussage über seine politische Zeit der sagt von sich selber immer nur ich wollte immer nur Fußball spielen wortwörtlich und irgendwie glaubt man es ihm auch.
00:24:01: das heißt nicht dass er im alles also dass er nicht konform gewesen wäre aber tatsächlich der hat sich immer nur.
00:24:08: Und zum Beispiel hat er dann auch dieser Episode, die durch die ganze Fußballpresse gegen nie widersprochen.
00:24:12: Das muss man auch sagen!
00:24:13: Also sozusagen es gibt eine Art des Umgangs, die wir glaube ich heute nicht mehr teilen würden und die wir auch nicht in Ordnung finden?
00:24:22: Aber es gibt eben keine Belege für Beteiligung an den Verbrechen des Nazi-Regimes – das muss man schon auch sagen.
00:24:30: Bevor ich jetzt vor Ihren Augen blättere, erzähle ich Ihnen die schöne Anekdote und dann gehen wir auf wie ich aus dem NS weiter, erzähl' ich Ihnen frei.
00:24:38: Augsburger Hof Schöne alte, großer Hotelkomplex.
00:24:43: Nach dem Länderspiel man geht runter in die Kneipe, das Tanzveranstaltung und man hört da hinten sitzt Herr Hitler.
00:24:51: Großes Raunen durch den Saal.
00:24:53: Den wollte er jetzt schon noch mal sehen.
00:24:55: Das ist nämlich die einzige Episode wo Herberger wirklich auf Hitler trifft.
00:25:00: Und nicht mal das tut er eigentlich.
00:25:02: Große Raune im Saal, Hitler bricht auf!
00:25:06: Herberger und seine Spieler sitzen so an der Gasse sogar Drohbe hin, also irgendwie der Führer muss an ihn vorbei.
00:25:12: Das erzählt er über eine Seite des Episodes.
00:25:15: Es ist nichts anderes passiert als der Führer ist drei Meter entfernt von mir vorweigegangen.
00:25:21: Er trifft ihm nicht mal!
00:25:22: Der ist nur in einem Raum mit ihm.
00:25:24: Merken sie was?
00:25:25: Sie könnten die beiden Namen Hitler und Herrberger austauschen und irgendwie sagen Kymper & Clapton.
00:25:32: das würde genauso funktionieren und wird auch genau so sein.
00:25:35: ich würde es genauso voller Begeisterung ihnen jetzt erzählen.
00:25:37: Ich war im einen Raum mit Eric Clapton Ich habe den nur gesehen, ich habe kein Wort mit ihm gesprochen.
00:25:42: Aber das erinnere ich jetzt am Rest meines Lebens.
00:25:44: und genau diese kindliche Begeisterung.
00:25:46: Das schreibt Herrberg in frühen Sechzigern noch auf.
00:25:48: Da merken sie auch was sozusagen für ein Mangel an Distanz ist zu dieser Zeit bei ihm gibt weil er auch gar nicht das Gefühl hat der müsste eine haben.
00:25:55: Das kann ich Ihnen sagen auch nicht untypisch für die Zeit.
00:25:58: Der bundesrepublikanische Umgang damit.
00:26:00: Das ist gar nicht so typisch.
00:26:04: Und da sind wir wieder bei diesem Stück hier Also bei so einem wunderbaren Zettel aus dem Nachsatz, den zeige ich bei der Gelegenheit immer gerne weil er so wunderbar zeigt was es eigentlich heißt sich zu erinnern und sich selber ein Bild von sich zu machen.
00:26:20: Das ist genau um dieses Jahr neunzehntzechsunddreißig geht.
00:26:24: Länderspiel ist verloren.
00:26:25: wer wird jetzt eigentlich Reichstrainer?
00:26:27: Und Sie sehen Grundlage ist das Getippte.
00:26:29: also da fängt er an für einen Manuskript für seine Autobiografie etwas zusammenzuschreiben.
00:26:35: Sie lesen es oben links in der Ecke.
00:26:37: Was war nach der Niederlage?
00:26:39: Nerz sollte allein schuldiger sein, also auch dieses Auslassen von Buchstaben zu ist alles ganz typisch.
00:26:44: Der hat eine hundsmesseralbe Schreitmaschine.
00:26:45: die gibt es noch.
00:26:46: Die haben wir aber in einer Ausstellung mal ausstellen dürfen.
00:26:49: Die Wahl total... Der hat ja wie ein Wahnsinn geschrieben Herr Berger und bis zum Schluss hat er diese arme Maschine gequält und ausgenutzt und sich keine neue gekauft.
00:26:59: das ist irgendwie wirklich beeindruckend.
00:27:02: Und was Sie dann sehen, sind sechs verschiedene Schichten die er noch mit sechs unterschiedlichen Stiften oben drüber geschrieben hat.
00:27:08: Weil der seine eigene Erinnerung ständig korrigiert und malt sich ja aus realem Anlass mal weil er nochmal ein Zettel gefunden hat würde uns mit langen Abstand an der Sache wahrscheinlich sogar auch so gehen.
00:27:19: wenn sie jetzt diesen Nachlass kennen oder hier nachschlagen sehen sie auch der hat wie ein wahnsinniger Material gesammelt um sich selber an Dinge Episoden Ereignisse zu erinnern mit denen er selber zu tun hatte, obwohl er selber anwesend war.
00:27:33: Deshalb korrigiert er das immer wieder und die Vorlagen auf deren Grundlage er diese Korrigender dadurch führt also zum Beispiel Länderspiel-Listen eigener selbst angelegte Briefe Postkarten
00:27:47: usw.,
00:27:47: die finden sie überall im Nachlass.
00:27:49: und das erklärt warum wer in diesem Nachlass hier was rauszieht wo es nur zu sixundreißig drauf steht möglicherweise ein anderes Datum findet als wenn er hier zieht.
00:27:57: Und in der Inazifizierungsakte, wo man seinen Lebenslauf angeben muss, steht das dritte Datum.
00:28:03: Mal fängt er schon im November XXX an, mal erst im Oktober XXXVIII und es sind alles Selbstaussagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und die kommen eben in diesem Nachlass so wunderbar zusammen.
00:28:16: Deshalb ist auch so wichtig, dass zusammenzustellen.
00:28:18: Da merken Sie warum Editionen wenn man solchen Fragen nachgehen will wann ist es denn jetzt nur wirklich gewesen?
00:28:24: So wichtig sind!
00:28:25: Selbst wenn man am Ende auf dieser Grundlage nur sagen kann Wir können es gar nicht sagen.
00:28:29: Aber wir können jetzt wenigstens sagen, warum nicht?
00:28:31: Das ist das Spannende!
00:28:33: Wie es dann nach dem Krieg weitergeht wissen wir alle.
00:28:36: Das große zentrale Ereignis ist der Wunder von Bern.
00:28:39: Auch darüber berichtet er natürlich wahnsinnig viel und ich möchte glaube ich damit ausklingen und gleich ein Anhaltser Müller übergeben weil wir auch daran sehr gut sehen eine besondere Charakteristik von Herrberger die sich in diesen Aufzeichnungen zeigt aber eben nicht nur in denen Herrberger ist und das fasziniert mich auch so sehr an ihm.
00:29:00: Das ist, kann ich Frank und Frey sagen nicht der Fußball, der ihn für mich so faszinierend macht.
00:29:05: Sondern er ist eine unglaubliche Kunstfigur und gleichzeitig unglaublich authentisch.
00:29:12: Wenn sie das auch bei Zunge zergehen lässt, ist es ein paradoxer Satz.
00:29:14: wie kann man das gleichzeitig sein?
00:29:17: Sag' ich Ihnen, weil der diese Kunst selber schafft!
00:29:22: Heute würde ja einen Bundestrainer, einem riesigen Team für Öffentlichkeitsarbeit, Berater, Medienberater Modeberater wahrscheinlich auch, keine Ahnung.
00:29:35: Weiß nicht wo die Schalz von Jogi immer her kamen Aber der wird gemacht Von Medien, vom Team sehr strategisch Herr Berger nichts.
00:29:45: Also es gibt eine Sekretärin Die tippt ab und an diese Sachen ab aber sie können sehr gut auch sehen wann er sie tipped.
00:29:51: Der macht sich selber zu dieser Figur.
00:29:53: Wir haben neben dem Nachlass ja auch seine gesamte Bibliothek.
00:29:57: Viele dieser Bücher sind akribisch anotiert, und zwar gerade die aus denen er seine berühmten Wamos dann sieht.
00:30:03: Denn ganz häufig sind das zusammen ja Collagen von Aussagen von anderen und der liest breit, ne?
00:30:09: Er liest Mao, er liest Klausawitz, er ließt amerikanische Motivationscoachers aus der Zeit.
00:30:17: Er liess wirklich ganz, ganz breit!
00:30:19: Und führt alle diese Dinge immer wieder zusammen modelliert sie kombiniert die neu Und daraus entsteht Herr ersteser Mensch, der uns dann auch so medial präsent ist.
00:30:32: Entweder im Trainingsansuch oder eben mit diesem Trenchcoat und Hood, der mit den markanten Sprüchen, der sich gleichzeitig als wahnsinnig bodenständig inszeniert und dann aber sich in den Hintergrund eine riesige Plotik setzt.
00:30:45: Das ist die Nachwegszeit, das ist die frühen Sechziger.
00:30:47: Wenn Sie genau hingucken sehen sie ihn dann praktisch nur noch entweder beim Trainingsanzug bei den Spielen guten Anzug oder gemeinsam mit Eve auf der Couch, mit den Büchern im Hintergrund.
00:31:00: Da legt er sich das zu und reinweise mehrere Jahre an Hefter und so, also wo man richtig zeigt, der muss auch noch mal zeigen dass er jemand ist.
00:31:09: Also werken sie gearbeitet?
00:31:10: Richtig!
00:31:10: Und in Nachlass sehen Sie arbeitet nicht nur an sich als Medienfigur Das würden jetzt Promissiale immer tun sondern der arbeitet wirklich an sich auch als Charakter und wie die Nachwelt ihn erinnert.
00:31:20: Deshalb schreibt er das nämlich ständig um und sucht immer wieder neue Anekdoten raus.
00:31:25: Der entwirft sich jeden Tag praktisch bei der Arbeit daran neu.
00:31:29: Und das mit einer Akribie, die ja geradezu manisches kann man nicht anders sagen.
00:31:33: Deshalb schmeißt er ja keinen Fitzel weg und deshalb kurz gesagt wird er auch nie fertig.
00:31:38: Ich würde mir sicher wenn ich noch zehn Jahre länger gelebt hätte wäre diese Autobahn wie ihr trotzdem niemals fertig geworden weil er so ein Bild von sich selbst hatte an dem er immer wieder geschnitzt hat.
00:31:48: Das finde ich wahnsinnig faszinierend wenn Sie immer mehr von Herr Berger lesen und zwar von ihm selbst, nicht über ihn sondern von ihm selber.
00:31:57: Damit Ihnen das genauso gehen!
00:31:59: Das können sie in dem Band jetzt schon fertig ist – Herr Berge bei Herr Bergen – und das können sie aber auch noch dieses Jahr vermuten, wenn nichts schiefgeht.
00:32:08: im zweiten Band indem wir gesagt Briefe der Nationalmannschaft an- und von Herrn Berger herausgeben werden.
00:32:15: Da gibt es eine ganze Menge unglaublich schöner sehr persönlicher und berührender Geschichten würde ich an meine Mitarbeiterin Annalisa Müller übergeben, die nämlich der eigentliche Geist hinter diesen Bänden ist.
00:32:27: Also, die, die so akribisch bearbeitet.
00:32:29: Ich bin immer nur der mit dem Buchstaben vom Namen, der dann reden darf.
00:32:33: So isst die Welt noch mal gestrickt!
00:32:35: Aber umso dankbar lieber Analisa bin ich das du diesmal auch selber wenigstens noch ein paar Minuten reden wirst.
00:32:40: Ein Applaus bitte für AnnalISA Müller.
00:32:49: Ja, ich hoffe Sie hören mich gut?
00:32:51: Hallo zusammen, freut mich, dass ich auch was sagen darf zu meiner Arbeit.
00:32:55: Das erbt mich alles sehr, allein daran zu arbeiten.
00:33:00: Ja ich würde jetzt einfach mal so ein bisschen was erzählen wie das Ganze denn wirklich aussieht die Arbeit an dem Nachlass, wie sie sich den Nachlass auch vorstellen können und einfach mal paar Schlaglichter irgendwie thematisch persönlich reinwerfen dass Sie sich mal vorstellen können wie dieser zweite Band dann wohl so aussehen wird.
00:33:20: Also es geht eigentlich damit los, dass Herr Künper das DFB-Archiv durchforstet und nach Themen schaut.
00:33:28: Eben jetzt im nächsten Band geht's um die Briefe wie er schon gesagt hat, um die Korrespondenzen Das heißt da werden dann schon mal.
00:33:37: vorher wird dann schon Mal geschaut im Katalog.
00:33:40: was könnte man denn brauchen?
00:33:42: Und dann komme ich ins Spiel.
00:33:44: dann fahre ich ins DFB-Archiv in Frankfurt, was für mich als Fußballerin auch schon eine große Ehre ist.
00:33:51: Auf den Campus zu treten und Scannen.
00:33:54: Viel Scannen ist auch meine Arbeit gehört dazu.
00:33:59: Manchmal nicht so spannend aber schon... Und dann nehme ich das Gescannte mit.
00:34:07: Letztendlich ist meine Arbeit die Transkription dessen!
00:34:11: Also ich sitze wirklich da und schreibe das ins Reine damit, wie Herr Kümpfer so schön gesagt hat.
00:34:18: Jeder theoretisch in Form der Bände dann die Chance hat sich das durchzulesen Und wirklich an Herr Berger selbst ranzukommen weil nichts anderes mache.
00:34:29: Ich schrei be das
00:34:31: auf.
00:34:32: ja versuche daraus einen Sinn zu machen.
00:34:35: Das ist so die Hauptaufgabe.
00:34:38: Was passiert bei der Transkription?
00:34:40: Also eigentlich, wie gesagt, tippe ich das nur ins Reine.
00:34:43: Wir haben uns jetzt so drauf geeinigt dass ich das ganze Originalgetreu so gut es geht abschreibe.
00:34:51: Wenn jetzt irgendwelche Tippfehler also wenn man wirklich sieht auf der Tastatur er hat sich nur vertippt dann verbessern wir das für den Leser dass die Lesbarkeit einfach auch mitspielt.
00:35:06: Sie wollen das ja alle lesen und wenn man dann immer über Wörter stolpert, letztendlich wenn mir auffällt irgendwie dialektisch monomerisch oder so kommt er auch mal wieder raus, dann überlege ich ob ich das drin lasse?
00:35:21: Wenn es nicht zu sehr stört... Also das ist so was wir letztendlig eigentlich machen Und wie Herr Kumpa schon gesagt hat im ersten Band stand Tagebuchmäßige und das autobiografische im Vordergrund.
00:35:37: Und jetzt eben die Briefe und die Korrespondenzen, ein großer Teil einer so eine komplette Sachakte wie wir vorhin gesehen haben sind Briefer von und an Fritz Walter der seinem Chef, wie er ihn immer nennt schreibt und auch kontinuierlich.
00:35:54: wirklich.
00:35:54: also da haben wir sehr sehr regen Kontakt.
00:35:58: Neben dem Dauerthema Fußball, also das natürlich wirklich immer wie gesagt.
00:36:02: Also er lebte für den Fußball, gibt es aber auch eben persönliche Einblicke in die Angelegenheiten der Spieler, also auch sehr interessante und eben in die Beziehung, die Herr Berger mit seinen Nationalspielern gepflegt hat.
00:36:18: Da ist auch die Rede von eher so einer Vaterfigur an vielen Nationalspielern.
00:36:25: Und einfach noch so ein paar Schlaglichter, die Sie dann vielleicht im zweiten Band sehen werden.
00:36:30: Mit denen ich mich jetzt auf jeden Fall beschäftigt habe.
00:36:33: Zum Beispiel Nationalspieler Horst Zymniak.
00:36:36: der schreibt an Herberger und bittet um Kredit weil seine Frau noch einen Lokal eröffnet nebenher.
00:36:43: Das finde ich super interessant Weil man den Vergleich sieht zu heutigen Profifußballern Die sich natürlich nebenher und gerade auch die Fußballer Frauen nebenher eigentlich nichts mehr dazu verdienen müssen.
00:36:56: Weil da geht es ja um Beträge, die sind unglaublich heutzutage und dann sieht man mal wie das sich noch unterscheidet zu damals.
00:37:03: Da konnte man die Familien eventuell eben nicht damit ernähren.
00:37:09: An anderer Stelle sieht man wie Herrberger von anderen Menschen gebeten wird Autogramme auszustellen von den Nationalspielern.
00:37:19: also Herrberg ist wirklich ein Mittelmann und wird gefragt, könnten Sie mir bitte von dem oder dem einen Autogramm schicken?
00:37:26: Und dann sagt er natürlich.
00:37:28: Er schreibt dann den Nationalspieler und der sagt, ah ja, passt es so irgendwie wollen sie noch mehr.
00:37:34: ist das gut?
00:37:35: also auch wirklich herzallerliebst an manchen Stellen diese persönlichen Dinge.
00:37:42: andere Sachen sind zum Beispiel das Sponsoring und die Anfänge der Zusammenarbeit mit dem Sportartikel Giganten Adidas, den wir heute auch zu gut kennen In Nebensätzen dann immer mal wieder, dass sie auf Sportartikelmesser gehen zu Adidas und eingeladen werden.
00:37:58: Und die Unterkunft bezahlt usw.
00:38:00: Sehr oft erkundigt sich Herrberger auch einfach so über seine Nationalspieler also wenn die jetzt verletzt sind oder krank er schreibt den... Er schreibt aber auch mit den Ärzten was ich auch interessant finde.
00:38:13: Also er lässt sich immer Updates geben was denn jetzt gerade den Gesundheitszustand betrifft Genau.
00:38:20: Und was wir eben mit den roten Egern und so auch schon ein bisschen angesprochen haben, die Kriegszeit – auch sehr interessant!
00:38:27: Da gibt es sehr viele Briefe, die bestätigen das Herrberger für seine Nationalspieler Heimaturlaub von der Front erwirkt.
00:38:36: Dann ist es normalerweise immer so... Also er schreibt wirklich wie so einen Prozess auf.
00:38:42: Eine Woche habt ihr Zeit bei eurer Familie und dann machen wir einen Trainingslehrgang.
00:38:47: Es geht ihm schon um Fußball natürlich im Fokus, aber erholt die Leute natürlich auch nach Hause.
00:38:52: Also das darf man nicht vergessen und ist natürlich auch wundernswert.
00:38:57: Zuletzt würde ich noch sagen was wir beim Transkribieren eben auch berücksichtigt haben ist dass viel von Fußball begeisterten also wie sie es jetzt zum Beispiel sind so auch aufgehoben wurde.
00:39:11: Das sind sehr viele Briefe die von Begeisterten oder der Presse auch kommen wo wirklich fast schon übermütig irgendwie Herrberger angeschnauzt wird.
00:39:24: Warum sitzt Fritz Walter auf der Bank?
00:39:26: Warum spielt Jürgen Werner heute nicht?
00:39:29: Können Sie mir das mal bitte erklären, ich kann mir das gar nicht verstehen und die Antworten auf die Briefe habe ich jetzt bisher noch nicht gefunden.
00:39:39: aber letztendlich scheint es ihm in irgendeiner Form so viel zu bedeuten dass er die aufgehoben hat.
00:39:44: deswegen hab ich mich dazu entschieden die dann auch zu transribieren.
00:39:48: Genau, das wäre es auch von meiner Seite und falls Sie Fragen haben gerne.
00:39:54: Danke!
00:39:58: Das war die zweite Folge der dritten Staffel von Geschichte im Vortrag mit Hiram Kümper zum Thema Der Bub vom Waldhof wie Sepp Herrberger den felsischen Fußball in die Welt trug.
00:40:11: Vielen Dank fürs Zuhören und wir freuen uns wenn ihr auch das nächste Mal wieder dabei seid wenn es heißt Geschichte im vortrag.
Neuer Kommentar